In einem Wimmelbuch kann man stundenlang Neues entdecken

Wimmelbuch und Geschichte

Die ersten Wimmelbücher werden in die 60 er Jahre datiert, erste Exemplare sind aber sicherlich schon davor angefertigt worden. Wimmelbücher sind inzwischen zu einem Kulturgut geworden. So gibt es zum Jahreswechsel eine Ausstellung im Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf. Das Motto lautet „Es wimmelt in der Burg“. Wenn man es so will handelt es sich bei den Gemälden der Künstler Hieronymus Bosch und Pieter Brueghel dem Älteren eigentlich auch um Wimmelbilder. Diese wurden bereits im 15. bzw. 16. Jahrhundert angefertigt. Allerdings richteten sie sich damals und heute eindeutig NICHT an Kinder.

Ein Wimmelbuch ist etwas besonderes

Das Wimmelbuch ist eine besondere Form des Bilderbuches. Es ist meist deutlich größer und erreicht sogar DIN A3 Format. Um stabil zu bleiben bestehen der Einband und auch die Seiten des Wimmelbuches oft aus einem dicken Karton. Dafür ist die Anzahl der Seiten immer gering. Meistens sind es vier, fünf oder sechs Doppelseiten. Dargestellt werden dutzende Alltagsszenen, beispielsweise im Zoo, im Park oder am Bahnhof, die auf den Folgeseiten an einem anderen Schauplatz fortgeführt werden.

Ab eineinhalb Jahren kann man das Wimmelbuch empfehlen. Da fangen die Kinder an, erste Bilder zu erkennen und zu identifizieren. Vorher sind sie eigentlich nur am „leckeren“ Karton interessiert. Auch sehen die Kleinen gerne zu, wenn das ältere Geschwisterlein souverän durch das Buch führt. Der Erfolg der Wimmelbücher basiert auf der einzigartigen Form der Kommunikation zwischen Buch, Kind und Erwachsenem.

Was ist so toll an einem Wimmelbuch?

Da es keinen roten Faden gibt, entwickelt sich immer ein intensiver Austausch, in dem jeder sozusagen darlegen kann „wie er die Welt sieht“. Das ist pädagogisch höchst wertvoll und eine hervorragende Abwechslung zu den linearen Erzählbüchern. Bereits mit dem Wimmelbuch werden die Grundlagen für das spätere Lesen gelegt und jedes Kind entwickelt eigene Strategien um mit der Informationsfülle auf den Seiten umzugehen.

Meine Lieblingsautorin ist Rotraut Susanne Berner, aber es gibt noch viele weitere, wie etwa den Münchner Ali Mitgutsch, der bereits seit über 50 Jahren Wimmelbücher zeichnet und manchmal auch als deren Erfinder genannt wird. Berner malt lustig und einfach und arbeitet wunderschön auch die Jahreszeiten in die Bücher ein. So entsteht ein fortlaufender Zyklus wodurch den Kindern der Übergang zwischen den Jahreszeiten nahebracht wird. Außerdem erhält man viele Anregungen, was man in der aktuellen Jahreszeit unternehmen könnte und kann mit dem Kind pläne schmieden. Ich habe alle vier Jahreszeitenbücher plus das Nachtwimmelbuch von ihr. Und ich muss gestehen, dass ich selber viel lieber im Wimmelbuch unterwegs bin, als zum x-ten mal Petzi Bär durchzukauen.

Wimmelbücher sind uneingeschränkt zu empfehlen

Ich kann die Wimmelbücher uneingeschränkt
weiterempfehlen. Falls Du noch keines hast, ist es fast schon Pflicht, eines zu besorgen. Sonst verpasst Du wirklich etwas Besonderes. Ein Wimmelbuch ist Seh-Buch, Sprech-Buch und Lern-Buch in einem. Nichts macht einen glücklicher, wie wenn Dein Kind Kleinigkeiten und Prinzipien entdeckt, von denen Du nichteimal etwas geahnt hast. Es lohnt ich, diese Kreativität wie eine zarte Pflanze zu hegen und zu pflegen. Ansonsten kann sie leicht im Kindergarten- und Schultrott eingehen.

Hoffentlich konnte ich Dein Interesse wecken. Falls ja, empfehle ich Dir, auf Amazon mit diesem tollen Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berner anzufangen. Daneben findest du noch jede Menge weiterer hervorragender Wimmelbücher.

Wenn Du lieber ein klassisches Kinderbuch suchst, dann empfehle ich Dir diese Liste der beliebtesten Kinderbuch Bestseller. Dort findest Du bestimmt genau das Richtige.

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